Arbeitsstelle für praktische Biologie


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Buch: Ankomme 24. Dezember bei Baum und Strauch - Auszug "Apfel"


13- Der Apfelbaum

"Ich glaube, es liegt nun an mir, die Vorstellung fortzusetzen", meldet sich der Apfelbaum zu Wort. "Meine Schwestern, die Esche, die Eiche, die Birke, die Buche und die Ulme haben sich schon geäussert. Sie waren, wie ich, heilige Bäume bei den Kelten. Weitere gehören ebenfalls in diese ausgesuchte Gesellschaft. Ich, der Apfel, bin wahrscheinlich der bekannteste Vertreter unter ihnen.

Seit Adam und Eva, als Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, aber spätestens seit König Arthus mit Avalon, der Insel der ewig jugendlichen Götter und glücklichen Menschen, ist mir ein fester Platz im Gedächtnis der Menschen sicher. Der Apfel als magische Kraft, der ewige Jugend verleiht und hilft, den Tod zu überwinden. Ich bin die Verbindung zur Anderswelt der Kelten.

Bei den Persern bin ich ein Machtsymbol der Herrscher, genau wie bei den Germanen, den Römern und den Deutschen Monarchen. Den Orientalen ist der Apfel ein Symbol des Atmens, der Sprache der Menschen.

Doch in erster Linie und bei allen Völkern zu allen Zeiten war und bin ich Liebessymbol. Er blickt zur Linde hinüber. Im alten China hiess das Freudenviertel ‘Pingkang’ = Apfelbett.

Auch Maria mit dem Christuskind hat oft einen Apfel, den sie ihm reicht.

Als Fruchtbaum bin ich bereits seit der Steinzeit bekannt. Und Lebensbaum bin ich heute noch. Ein weiblicher Baum, der Baum der Fruchtbarkeit. Ein jugendlicher Baum. Ein Baum der Fröhlichkeit, ähnlich der Birke. Ähnlich der Kirsche.

Mein Hauptanwendungsgebiet liegt in der Küche. Obwohl ich eigentlich Heilmittel bin. Meine Blüten reinigen die Haut, mein Früchte steigern die erotische Lebenskraft. Sie regen die Blutzirkulation und die Gehirntätigkeit an. Sie heilen Wunden. Bei Problemen mit der Verdauung wirke ich regulierend. Diäten sind ohne mich ganz einfach wegzudenken.

Meine Rinde verwertet man am besten in Form von Umschlägen und Kompressen. Als Färbemittel ergibt die Beize daraus ein Goldgelb bis Gelbbraun.

Nehmt mich so wie ich bin. Und benutzt mich nach meinen Möglichkeiten. Als Vermittler. Als Vermittler der Schönheit und Vollkommenheit, der Liebe.

"Welch grosse Worte", stösst die Eule aus.

"Und was für ein Geschenk! Ich möchte das Christuskind einen Apfel aus den über tausend Sorten, die heute bekannt sind, auswählen lassen. Als Herrscher der Welt soll dies sein Reichsapfel sein und es an die Äusserung Salomons erinnern: ‘Ein gutes, zur rechten Zeit ausgesprochenes Wort, ist wie ein goldener Apfel’".

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