Arbeitsstelle für praktische Biologie


 
augentrost-
lidlotion

Die Pflanze

Augentrost findet sich in höheren Lagen auf Wiesen, Halbtrockenrasen und an Wegrainen. Er ist etwas kalkscheu. Wir begegnen dem Lippenblütler meist als Steifer Augentrost oder häufiger als Wiesen- Augentrost (über 1500 m über Meer auch in mehreren "Alpen"-varianten). Der Halbschmarotzer enthält das scharf schmeckende Aucubin, Gerbstoffe und ein ätherisches Öl. Man verwendet ausschliesslich die Blätter des Gewächses, das von Juli bis September blüht.

Die Wirkung

Auch wenn der Augentrost schon Blindheit (die aus einer vernachlässigten Augenentzündung resultierte) geheilt haben soll, sind doch nur mit Skepsis Wunder zu erwarten. Sicher ist, dass die Pflanze heilkräftig auf die Augen wirkt. Eine Abkochung in Form von Auflagen ist angezeigt bei entzündlichen Erkrankungen der Augenbindehaut, bei Überlaufen der Augen, bei Tränendrüsenproblemen und besonders bei "Lichtscheu".

Innerlich wird die Pflanze als Tee oder Pulver bei Kopfschmerzen, Völlegefühl und Appetitlosigkeit angewandt.

Früher fand der Augentrost vermehrt Verwendung bei Magenleiden, besonders bei Magenschmerzen und bei Beschwerden der Gallenblase beziehungsweise der Milz.

Grossmutter Annas Augen- Lotion

Anna verwendete für ihre Augen - Lotion einen starken Auszug aus einer Handvoll der ganzen oberirdischen Pflanze auf 375 ml Wasser.

Sie bestand darauf, dass man bei Augenproblemen mehrmals täglich die Lider damit behandelte. Dazu tränkte sie mehrere Wattebäusche mit dieser Lotion und legte diese mindestens eine Viertelstunde auf die Augen des Patienten. Die Bäusche durften niemals austrocknen, das war ihr Credo. Notfalls wurden sie immer wieder befeuchtet.

Auch bei Ohrenschmerzen und als Kopfpackung bei Kopfschmerzen fand dies Lotion ihre Anwendung.