18_Liebschaften und Feindschaften

In der Welt der Pflanzen bestehen Zu- und Abneigungen in der Art wie bei uns Menschen. Pflanzenarten beeinflussen sich gegenseitig über Wurzelausscheidungen und Duftstoffe. Allgemein kann man zum Beispiel feststellen, dass Brennesseln, Taubnesseln und Schafgarben allgemein eine erfreuliche Auswirkung auf andere Kräuter und Gemüse haben. So wies man experimentell nach, dass Brennnesseln in Mischkultur mit aromatischen Kräutern deren Gehalt an ätherischen Ölen bedeutend vermehren: Bei Baldrian, bei Majoran, Salbei und Pfefferminze und vor allem bei der Engelwurz.

In Bulgarien pflanzt man Knoblauch unter die Rosenbüsche, um die Menge des edlen Rosenöls in den Blütenblättern zu erhöhen. Salbei, Lavendel, Rosmarin und Thymian wachsen im Flachland in Pflanzengemeinschaften. Sie beeinflussen sich gegenseitig positiv. Ebenso beeinflussen sich Frauenmantel, Augentrost und Quendel in den Bergen zum Wohle der ganzen Gruppe.

Asoziale Pflanzen sind hingegen Kümmel, Fenchel, Wermut und Beifuss. Sie brauchen ihr Beet für sich allein. Beinwell und Senf, Raute und Basilikum vertragen sich ebensowenig wie Pfefferminze und Kamille.

Arrangieren Sie die Beziehungen in Ihrem Gemüsegarten!

Ähnliche verborgene Beziehungen bestehen im Gemüsegarten.
Schmetterlingblütler lieben Kohlgewächse; das Bohnenkraut liebt die Bohne, Basilikum die Tomate; der Knoblauch steht auf Doldenblütler; die Nessel hilft der Pfefferminze, der Kerbel dem Radieschen. Der Fuchsschwanz bevorzugt Kürbis, die Zwiebel den Sellerie; der Schnittlauch mag Petersilie und Rüebli, der Borretsch Salat und Erdbeeren.
Dill hasst Rüebli; Zwiebeln hassen Bohnen und Erbsen; Sonnenblume und Topinambur mögen Kartoffeln nicht ausstehen - genau wie Tomaten.

Tja, es menschelt halt auch unter den Pflanzen.

Rolf Zingg
www.factorey.ch
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