28_Die Blumensprache – Sprache der Liebenden

Früher hatten Liebende nicht so wie heute die Möglichkeit, sich ungezwungen zu treffen – es ging züchtig zu. Und so legten sie ihre innigsten Geständnisse, Klagen, Wünsche und Bitten in ihre Blumensträusse. Die Blumen waren der Code für das, was man sagen oder fragen wollte, aber nicht auszusprechen wagte. Diese Kommunikationsform erfuhr im Laufe der Zeit eine derartige Verfeinerung dass ihr umfangreiches Zeichensystem wie eine Fremdsprache gelernt werden musste. Manche Bedeutungen waren sehr präzise, andere liessen mehr Spielraum offen. Alles hatte aber seine feinsinnige Bedeutung – eine nach rechts gebundene Schleife meinte den oder die Beschenkte, nach links gebunden galt die jeweilige Aussage dem Geber. Steckte die Dame ihre Antwortblume ins Haar, so bedeutete dies Ablehnung, an den Busen dagegen Zusage.

Lassen Sie die Blumen sprechen!

Was bedeutet nun welche Blume?

Schauen wir uns einige Beispiele in der gegenwärtigen Vegetationsphase an:

- Brennessel: ich habe dich durchschaut

- Geranie: ich erwarte dich an der bekannten Stelle

- Kamille: du entrüstest mich mit deiner Eifersucht

- Klette: du bist mir zu anhänglich

- Kornblume: ich gebe die Hoffnung nicht auf

- Lavendel: ich werde mein Ziel bestimmt erreichen

- Lindenlaub: träume süss und denk an mich

- bittersüsser Nachtschatten: deine Eifersucht ist unbegründet

- Margerite: lass mich in Frieden

- Nelke (rot): ich liebe dich heiss

- Nelke (weiss) ich bin noch zu haben

- Pfefferminze: verzeihe mir

- Quecke: gib mir eine Chance

- Schafgarbe: ich habe Geduld

- Schilf: entscheide dich endlich

- Salbei: ich denk an dich

- Wegwarte: ich warte ganz innig auf dich

- Weidenzweig: bin ich dir nicht gut genug?

- Weinlaub: wollen wir heute abend ausgehen?

- Winde: mich wirst du nicht los

- Zwiebel: du bist falsch

Rolf Zingg
www.factorey.ch
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