30_Keltenbäume

Die Kelten kannten vier grosse Jahreszeitenfeste: Samhain, Sommerende und Neujahrsbeginn, am 1. November - Imbolc, das Frühlingsfest am 1. Februar - Beltene, das Feuerfest, der Auftakt zur Sommerzeit am 1. Mai (Walpurgisnacht) und Lugnasad, das grosse magische Dank- und Beschwörungsfest vor der Ernte, am 1. August.

Wohl kaum ein Zufall, dass die helvetischen Eidgenossen als direkte Erben der Kelten ihren Nationalfeiertag auf den ersten August verlegten.

Pflanzen, vor allem die heiligen Bäume, spielten bei diesen Feierlichkeiten eine grosse Rolle. Weiheinschriften an Baumgötter, wie den Eichengott, Buchengott, Ebereschen- und den Apfelgott sind häufig.

Aber auch Esche, Birke, Eibe, Hasel, Holunder ,Schlehe, Stechpalme und Ulme sind als heilige Bäume für die keltischen Gebiete belegt. Diese Lebensbäume formten zwischen Himmel und Erde einen Mikrokosmos, der in seiner Übersichtlichkeit den Menschen das Gefühl von Zusammenhalt und Schutz gab. Sie galten zudem als unsterblich. Nicht verwunderlich, dass Zeremonien aller Art mit bzw. unter diesen Bäumen stattfanden.

Die Todesstrafe wurde dann ausgesprochen, wenn jemand eine Hasel, einen Apfelbaum oder einen Haselnussstrauch fällte.

Wandern Sie zum Nemeton, dem Mittelpunkt der Welt

Auch die Quellen und ihre Umgebung galten als heilige Orte, denn hier berührten sich nicht nur Erde und Himmel, sondern man konnte auch mit den lebendigen und fruchtbaren Kräften in Verbindung treten, die geheimnisvoll aus dem Mittelpunkt der Erde emporstiegen. Heilige Bäume in Verbindung mit Quellen galten als Tor zur Anderswelt, Orte, an denen sich zu bestimmten Zeiten Lebende und Tote begegneten, Weltmittelpunkte. Solche Nemetons finden sich heute noch in unserer nächsten Umgebung. Wandern sie doch einmal den Techenwiesweg von Flawil nach Magdenau hoch...

Rolf Zingg
www.factorey.ch
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