32_Das Kräuterbüschel
Früher hing in jedem Bauernhof am
rauchgeschwärzten Hahnenbalken ein Kräuterbüschel, ein Strauss
getrockneter Pflanzen, der im Sommer gepflückt wurde. Der
Johannistag (24. Juni) und der 14. August (der Tag vor Maria
Himmelfahrt) waren dazu günstige Zeitpunkte. Alle Pflanzen waren
dann mit der vollen Glut der Sonne getränkt.
In der Mitte des Büschels musste eine Sonnenpflanze sein:
Sonnenblume, Alant, Ringelblume, Königskerze oder Johanniskraut.
Man unterschied das Johannisbüschel mit 7 Kräutern, das 15er-
beziehungsweise das Neuner- Büschel.
In den vier heiligen Rauhnächten vor dem Thomastag, vor
Weihnachten, Neujahr und dem Dreikönigsfest ging der Bauer damit
zur Reinigung durch Haus und Stallungen. Manchmal wurden die Kräuter
auf Holzkohlenglut in der kupfernen Pfanne mit langem Stiel
verbrannt.
Dieses Kräuterbüschel musste am 14. August vor Sonnenuntergang
und ohne Messer gesammelt werden, da ihm das Eisen die Kraft
entzogen hätte.
In der Mitte befand sich der Alant, der goldgelbe Wotanskopf, die Pflanze des Atems. Umrahmt wurde dieser von Wasserdost, Baldrian, Beifuss, Eberraute, Wermut, Waldmeister, Bittersüssem Nachtschatten und Rainfarn. Manchmal kam auch die Schafgarbe und die Weinraute dazu.
Schlafen Sie gut - Sie haben es sich verdient
Bei der Herstellung eines Kräuterbüschels muss man nicht unbedingt die genannten Pflanzen verwenden. Es ist aber in jedem Fall ein guter Brauch, im Winter einige getrocknete Kräuter zur Reinigung im Haus zu haben, ob man sie nun auf Holzkohle verbrennt oder nicht. Eine durchgehende Harmonisierung Ihrer häuslichen Atmosphäre und einen gesunden tiefen Schlaf erreichen Sie, wenn Sie ein zu Ihrem Horoskop passendes Kräuterbüschel (oder eben das traditionelle Kräuterbüschel) über Ihr Bett hängen.
| Rolf Zingg www.factorey.ch |
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