35_Magische Pflanzenvermehrung

Die bekannten Pflanzenarten vermehren sich meist geschlechtlich fort, das heisst: sie lassen ihre weiblichen Fruchtblätter durch Pollen mittels Tieren oder Wind bestäuben. Es entstehen Früchte, die ihren Fortbestand sichern. Viele dieser "normalen" Pflanzen halten sich aber noch ein Hintertürchen zur Vermehrung offen:

Bei verschiedenen Arten sind die Stengel, Blätter oder Wurzeln fähig, Knospen zu bilden, aus denen sich neue Pflanzen entwickeln. Damit stehen sie im krassen Gegensatz zu den Tieren, die im Normalfall höchstens gewisse "Reparaturen" in Form von Wundheilung vornehmen können.

Pflanzen sind aber oft in der Lage, sich auch ungeschlechtlich fortzupflanzen. Dabei sind sie recht erfinderisch. Bekannt sind die oberirdischen Ausläufer der Erdbeere und die unterirdischen der Kartoffel. Auch bildet die Brombeere überall dort eine neue Pflanze aus, wo ihre Triebspitze den Boden berührt. Vielleicht kennen Sie das lebendgebärende Alpenrispenkraut, die Brutknöllchen des Scharbockskrauts oder die Brutzwiebeln des Wunderlauchs. Dass aber Pflanzen durch blosses Einstecken eines Astes in sandhaltige Erde eine neue Pflanze hervorbringen, grenzt nahezu an Magie (Forsithie, Johannisbeere, Weide,....)

Zaubern Sie mit Efeu- Stecklingen

Unser Efeu beginnt erst mit fortgeschrittenem Alter Blüten zu entwickeln. Die Blätter verlieren in dieser Phase die typische gelappte Form und werden eiförmig. Wenn wir Stecklinge davon in den Boden stecken, so erhalten wir von Anfang an geschlechtsreife Pflanzen.

Vorgehen: Beblätterten Zweig mit einem scharfen Messer knapp unterhalb eines Blattes abschneiden, Blatt entfernen, zwei Blätter stehen lassen, Ästchen oberhalb der beiden Blätter durchtrennen. Bis zum ersten Blatt in einen Topf mit angefeuchteter Erde stecken. Plastikbeutel darüberstülpen, ein paar Wochen warten. Fertig. Sie haben Jahre der Entwicklung einfach weggezaubert...

Rolf Zingg
www.factorey.ch
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