43_Samhain

Die Feste der Druiden fanden jeweils 40 Tage nach einer Sonnenwende oder nach einer Tag- und Nachtgleiche statt. Die Nacht auf den 1. November, Samhain, war ihr grösstes Fest.
In dieser Nacht verband sich die Welt der Götter mit der Welt der Menschen, die Welt der Lebenden mit der Welt der Toten. Die Nacht stellte eine neutrale Zeitzone dar: Der Sommer hatte mit dem Tag geendet, der Winter und das neue Jahr fingen erst wirklich mit dem nächsten Tag an. Die dazwischen liegenden 12 Stunden fielen zwischen die Zeiten: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wurden eins. Welche rituelle Rolle den Pflanzen dabei zukam, entnehmen wir dem "Samhain- Feuer" von R. Zingg:

"Die Glut des Feuers ist auf ihrem Höhepunkt. Darnunn wirft je 3 Zweiglein aller Laubbäume seines Gutes unter Anrufung ihrer Namen ins transformierende Feuer. Die Natur verabschiedet sich vom Sommer. Die Pflanzen trennen sich von ihren Seelen. Im Frühling wird die Seele sich einen neuen Körper suchen - und die Natur wird wieder erwachen. Jetzt aber muss das alte Feuer sterben. So will es die Tradition. Darnunn überdeckt die Glut mit Eichenlaub. Und es wird dunkel und still. Still wie auch er selber und die seinen. Rauch steigt zum Himmel. Der Rauch des Dankes. Dank für das alte Jahr. Der Rauch wird stärker. Da und dort schimmert ein Licht durch und dann: Der Durchbruch des neuen Feuers. Das Hell hat über das Dunkel gesiegt. Neujahr kann beginnen. Samhain."

Danken Sie für die Gaben des Sommers!

Muss es in dieser Nacht wieder das laute, oberflächliche Treiben des Halloweens sein?

Oder für einmal das stille Besinnen auf die wahren Werte des Lebens? Danken wir der Natur und der grossen Kraft für die guten Tage mit einem sinnvollen Zeichen und bitten wir für die kommende kalte Zeit, in der wir uns näher sind, als sonst wann, um die Wärme in unseren Herzen füreinander.

Rolf Zingg
www.factorey.ch
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