4_Die Ohren der Pflanzen

Pflanzen sind stumm. Jedenfalls nach den althergebrachten Definitionen und unserer übereinstimmenden Vorstellung dazu. Interessanterweise reagieren Pflanzen aber auf Stimmen, Geräusche - und auf Musik. Unsere Vorfahren wussten dies und handelten dementsprechend. Bei fast allen traditionellen Pflanzen- und Ackerbauvölkern begleitet das Singen und Musizieren die Aussaat, das Hacken, das Pflegen und das Ernten.

Professor T.C. Singh, vom Botanikinstitut der Universität von Madras (Indien) stellte bei seinen pflanzenphysiologischen Untersuchungen fest, dass die Keimlinge mit Musikberieselung wesentlich schneller aus den Samenhüllen treten und kräftiger wachsen als bei Pflanzen ohne Beschallung.
Dabei scheinen unsere grünen Mitbewohner bezüglich Musikgeschmack recht wählerisch zu sein: Sehr gut gedeihen sie z.B. mit dem Jazz eines Duke Ellington oder mit der Musik von Bach, Haydn, Beethoven und Schubert. Das beste Ergebnis jedoch liefern die Sitar- Klänge eines Ravi Shankar.

Totale Abneigung bekunden die Probanden in den Versuchsreihen gegenüber Rockmusik und den neusten Musikrichtungen unserer heutigen Jugend. Hauptsächlich das Schlagzeug und der monotone Bass scheint ihnen "auf die Nerven" zu gehen. Da wachsen uns doch Argumente...

Untersuchungen, die das Phänomen zu erklären versuchen, verweisen übrigens auf Teile in der Pflanzenzelle, die als eine Art Resonanzkörper auf Schwingungsfrequenzen reagieren.

Spielen Sie Ihren Zimmerpflanzen doch was vor!

Auch hier gilt es selber den Versuch zu wagen. Nur Mut! Scheuen Sie sich nicht Ihre musikalischen Gelüste nach Ländlern, Schlagern oder klassischer Musik mit Ihren pflanzlichen Lebensgenossen zu teilen. Die richtige Musik zum richtigen Zeitpunkt (und wahrscheinlich auch in der richtigen Lautstärke) machen Sie vielleicht eines Tages zur Miss - oder zum Mister "Grüner Daumen".

Rolf Zingg
www.factorey.ch
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