8_Die Macht der Stunde

Bald ist es soweit. Wir ziehen wieder hinaus und sammeln unsere Kräuter für Küche und Hausapotheke. Wenn wir aber besonders wirksame Pflanzen ernten wollen, müssen wir einige Grundregeln beachten: Am allerwichtigsten ist sicher die genaue Bestimmung des Wildgemüses oder der Heilpflanze. Das bedeutet gleichzeitig, dass man die Giftpflanzen genau kennt, um jede Verwechslung auszuschliessen.

Die alten Kräutersammler hatten immer Ehrfurcht vor der Pflanze. Sie pflückten deswegen nie mehr, als sie brauchten und liessen immer einige stehen, damit sie sich vermehren konnten. Sie begegneten dem Kraut in einer Stimmung der Dankbarkeit. Völkerkundler berichten zudem, dass das Sammeln und Wurzelgraben immer von Dankgebeten, Liedern, manchmal sogar von Zauberformeln begleitet wird.

Pflücken Sie die Pflanze zur rechten Zeit!

Beim Studium des Pflanzensammelns stossen wir auf Regeln, die die genaue Tageszeit, den richtigen Tag, sowie Mondstellung und -phase angeben. Manche davon kommen uns heute recht seltsam vor. Versuchen wir aber bei unserer nächsten "Ernte" folgende Grundprinzipien zu beachten:

- Blätter werden am Morgen, nachdem der Tau verdunstet ist, gepflückt. Am besten ist der zunehmende Mond .
- Wurzeln gräbt man in der Winterruhe bzw. in den Abendstunden, am besten bei abnehmender Mondphase, dann, wenn der Mond in einem Erdzeichen steht (Stier, Jungfrau, Steinbock ).
- Blüten pflückt man, wenn sie gerade aus den Knospen hervorbrechen. Am besten kurz vor Mittag. Ebenso Früchte.

Da Pflanzen das getreue Abbild der Kräfte und Einflüsse ihrer Umwelt sind, sammle man nur gesunde Pflanzen. Also keine durchlöcherten, verfärbten oder missgebildeten Kräuter, die biochemisch Stressreaktionen signalisieren. Nur voll entwickelte Pflanzen (am besten auf Bergeshöhen oder zumindest weitab von Verkehr und Industrie gesammelt) vermitteln die volle Heilkraft - und den vollen Genuss.

Rolf Zingg
www.factorey.ch
                    Zurück zur magischen Übersicht