B12_Gründonnerstag und Karfreitag

An Gründonnerstag wurden bei unseren Vorfahren bevorzugt grüne Speisen gegessen,
so die "katholische Siebenkräutersuppe" mit Spinat, Salat, Petersilie, Lauch, Schnittlauch, Löwenzahn und Sauerampfer. (Siehe auch Artikel "Neunkräutersuppen").

Man glaubte, dass Kräuter, an diesem Tag gepflückt, besonders heilkräftig seien. Die Wohnung wurde mit Frühlingsgrün ausgeschmückt, z. B. mit Kräutern zu einem Kranz gebunden, ein sogenanntes Atlas - Kränzlein.
Schön ist es, heute etwas zu säen, was bis Ostern und darüber hinaus aufgehen kann, z. B. Kresse, Keimsprossen, Kohl, Weizen, Blumen und Kräuter.

Früher wurden auf Gründonnerstag die öffentlichen Sünder, die am Aschermittwoch aus der Gemeinschaft ausgeschlossen worden waren, aus ihrer Bußzeit entlassen.
Es wurde Versöhnung gefeiert. Von daher stammt wohl auch der Name: "Die Büsser waren die Greinenden (Weinenden)". Aus dem Wort "Greindonnerstag" wurde Gründonnerstag. Auch aus dem Lateinischen dies viridium kann man Gründonnerstag ableiten: An diesem werden die christlichen Büsser wieder "grün sprießende Zweige am Weinstock Christus.

Ab heute nach dem Gloria, schweigen Glocken und Orgel bis zur Osternacht. Der Volksmund sagt: "Die Glocken fliegen nach Rom." Statt Glocken ertönen Holzrätschen und Klappern.
Auf den Feldern wird um Fruchtbarkeit und einer guten Ernte gebetet; jegliche Arbeit ruht.


Feiern Sie wieder Karfreitag!

Viel Magie liegt über diesem Tag. Die Kinder richten in den Familien vielerorts ein sogenanntes "Hasengärtchen" ein. Ein Korb, ausgeschmückt mit Rasen, Moos, Blumen, befestigt mit schönen Steinen. Er wird auf die Terrasse gestellt, worin der Osterhase am Ostermorgen seine Eier ablegen kann.
In einigen Schweizer Tälern ziehen die Kinder mit langen Holzstangen durchs Dorf, die mit Weidenkätzchen, Blumen, Bändern, roten Äpfeln und rot gefärbten Eiern behängt sind.

Rolf Zingg
www.factorey.ch
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