Arbeitsstelle für praktische Biologie


 
mädesüss -
rheumawein

Die Pflanze

Diese stattliche Pflanze findet man häufig in Streuwiesen und Röhrichten, an Ufern und Gräben. Der Name Mädesüss hat nichts mit Mädchen zu tun; er bezieht sich vielmehr auf die Verwendung der Blüten und Sprosse als aromatisierender Zusatz zu Bier, Wein und Met, dem ältesten aus vorgegorenem Honig gewonnenen alkoholischen Getränk. Den Botanikern des Mittelalters war die Art gut bekamt, doch ihre medizinischen Eigenschaften wurden erst wahrend der Renaissance entdeckt. Sie geriet dann bis zum 19. Jahrhundert beinahe in Vergessenheit.

Die Wirkung

Der Gehalt an Salicylsäureverbindungen in der frischen Pflanze verleiht ihr eine wohltätige Wirkung bei Gelenkschmerzen.

Sie wirkt gefässerweiternd, schweisstreibend und stärkt die Herzfunktion. Die Sprossspitzen (vor dem Aufblühen), die Blätter und der Wurzelstock sind entzündungshemmend und beschleunigen die Harnausscheidung. Auch zur Narbenbildung ist die Pflanze zu verwenden. Sie ist ein ausgezeichnetes Mittel gegen Cellulitis und Fettleibigkeitkeit und wird immer noch zu Blutreinigungskuren, und als krampflösendes und magenstärkendes Mittel verwendet.

Grossmutter Annas Rheumawein

Grossmutter Anna galt die Pflanze als wirkungsvollstes Schmerzmittel bei rheumatischen Beschwerden.

Kaum verwunderlich - wurde doch das bekannte Aspirin ursprünglich aus dieser Pflanze gewonnen.

Dazu sott sie, wie Pfarrer Johann Künzle, die vollreifen Blüten (entgegen anderslautenden Empfehlungen, die besagen, dass man Mädesüss niemals kochen soll) in Wein.

Sie verwendete ausserdem die zerquetschten grünen Blätter bei Schnitt und Stichwunden und bereitete aus den jungen Blättern ein schmackhaftes Gemüse.