Arbeitsstelle für praktische Biologie


 
MALVEN-
Schleimhaut-
mazerat

Die Pflanze

Die Malve (bei uns besser unter dem Namen Chäslichrut bekannt) tritt in zwei Arten in Erscheinung: als Wegmalve und als wilde Malve. Die Inhaltsstoffe sind jedoch weitgehend dieselben. Die häufigere Wegmalve mit den kleinen runden, eingekerbten "Käseballen" als Früchte wächst an sonnigen, trockenen Weg- und Feldrändern, aber auch an Mauern und auf Schuttplätzen. Auffällig sind vor allem die wunderhübschen rosa Blüten mit den etwas dunkleren Längsstreifen auf den tief ausgerandeten Blütenblättern. Sie erfreuen uns bis in den September hinein.

Die Wirkung

Grossmutter Anna brauchte die Pflanze vorwiegend in der Küche: als Beigabe zu Mischgemüsen und Suppen, die milden Früchte in Essig eingelegt als Beigabe zum Fleisch und in Pfannkuchen. Mit dem Schleim und den Gerbstoffen heilt die Malve mit Blättern und Blüten "gegurgelt" Hals- und Mandelentzündungen und wird in der Volksmedizin vor allem als Tee bei Magen- und Darmstörungen angewendet. Bei Magenreizung, Magenschleimhautentzündung und entzündeten Verdauungswegen ist die Pflanze sehr hilfreich. Gut temperiert und in Umschlägen und Kompressen lässt sich manche Drüsenschwellung und manches Geschwür zum Abheilen bringen.

Grossmutter Annas Schleimhautmazerat

Annas Heilwasser bei Entzündungen im Rachen- und Mundbereich stellte sie auf 2 Arten her: Entweder überbrühte sie 1 Teelöffel Trockensubstanz (Blätter und Blüten) mit 1 Tasse kochendem Wasser und liess das Ganze 5 - 8 Minuten ziehen. Meist jedoch verwendete die den Kaltauszug (Mazerat) daraus. Dazu setzte sie (zum Spülen und Gurgeln) 2 Esslöffel zerkleinerte Pflanzenteile in ¼ l Wasser 8 Stunden lang an, stellte diesen an die Sonne und seihte anschliessend ab. Zum Trinken gab sie nur 1 EL dieses Auszuges in eine Tasse warmen Wassers. Auch Waschungen wurden mit dem puren Malvenauszug vorgenommen.