Arbeitsstelle für praktische Biologie


 
Schöllkraut - Warzensalbe

Die Pflanze

Das Schöllkraut wächst gern an Mauern, Schuttstellen und Zäunen. Ihre leuchtend gelben Blüten erfreuen uns vom Frühling bis in den Herbst hinein.

Alle Teile der Pflanze enthalten einen orange- gelben Milchsaft, welcher ätzend wirkt. Diese Eigenschaft hat das Schöllkraut zum "Warzenkraut" gemacht.

Die Wirkung

Die Hauptwirkstoffe des Schöllkrautes sind weitgehend bekannt. So enthält der Milchsaft Alkaloide, die dem Opium nahestehen.

Die Alkaloide wirken unter anderem lähmend auf die Bewegungs- und Gefühlsnerven, sind deshalb für die "inneren Organe" krampflösend und beruhigend, regen aber auch die Herztätigkeit an beziehungsweise regulieren sie. Diese Stoffe sind aber keineswegs unproblematisch. Unkontrolliert genossen rufen sie Erbrechen und Durchfall hervor, setzen die Reflexerregbarkeit herab und haben eine lähmende Wirkung auf das Gefäss- und Atemzentrum. Obwohl in der Hand des Arztes ein wertvolles Mittel von Rheuma und Gicht über Bronchien, Darm und Galle sollte meines Erachtens die Pflanze nur äusserlich verwendet werden.

Hautleiden, Schuppenflechten, Hämorrhoiden und Warzen sind hier Betätigungsfelder.

Grossmutter Annas Warzensalbe

Anna verwendete gegen Warzen vorwiegend den frischen Saft, den sie direkt (bei abnehmendem Mond) auf die Warzen träufelte und diese damit austrocknete. Gelegentlich kam aber auch eine Salbe zum Einsatz, die folgendermassen bereitet wurde:

1 Handvoll Kraut, 2 Esslöffel Essig, Salz und Butter wurden vermengt und möglichst frisch auf die Haut aufgetragen.