Arbeitsstelle für praktische Biologie


 
wegerich-
stich- und
wundsalbe

Die Pflanze

Der Wegerich war für Grossmutter Anna eine Art Allheilmittel. Sie verwendete unter anderem den Spitzwegerich als Sirup gegen Husten und Zahnschmerzen, den Breitwegerich in Salben gegen Insektenstiche und bei Brandwunden, den mittleren Wegerich aber in der Küche zu Salaten, Gemüsen, Strudeln, Knödeln und als Suppenpulver.

Die Wirkung

Wie viele von uns aus Erfahrung wissen, wirken die Wegeriche (durch ihr ätherisches Öl, Glykoside, Harz und Schleim und dem verhältnismässig grossen Anteil an Kaliumverbindungen) auswurffördernd, hustenreizlindernd sowie krampf- und schleimlösend.

Abgesehen von den Anwendungen, die sich immer wieder auf die Atmungsorgane beziehen, zeigen die Wegeriche innerlich auch gute Wirkungen im Bereich des Magen- Darm- Kanals. Wahrscheinlich wegen des Bitterstoffgehalts sind Saft und Salate aus Wegerich bei Appetitlosigkeit, Magenschleimhauterkrankungen, Blähungen und Durchfall wirksam.

Mit der Pflanze wird auch der Stoffwechsel angeregt, das Blut gereinigt, das Bindegewebe und die Haut heilend beeinflusst. Die frische Pflanze wird äusserlich zur Behandlung schlecht heilender Wunden herangezogen. Als Blutstillmittel ist sie unübertroffen. Nach neueren Untersuchungen enthält der Wegerich, insbesondere der Spitzwegerich, bakterienhemmende und bakterienvernichtende Wirkstoffe.

Grossmutter Annas Wundsalbe

Grossmutter Anna schwörte auf ihre Stich- und Wundsalbe, die bei Insektenstichen und Hundebissen, aber auch bei Verbrennungen, Verbrühungen, Entzündungen, Ekzemen, Furunkeln, Abszessen, Hämorrhoiden, Geschwüren und schlecht heilenden Wunden zum Einsatz kam.

Zur Zubereitung der Salbe stampfte sie die Blätter des Breitwegerichs zu einem Brei und vermischte ihn mit geschmolzenem tierischem Fett. Heute wird man anstelle des Fetts wahrscheinlich eher eine einfache Feuchtigkeitscrème verwenden. Die Wirkung ist in etwa dieselbe.