Arbeitsstelle für praktische Biologie


 
Wildkräuter-
auflauf mit Giersch

Die Pflanze

Der Geissfuss oder Giersch , eine unter Bäumen an feuchten Orten blühende Pflanze, treibt manchen Gärtner zur Verzweiflung. Er ist so vital, dass er, einmal da, kaum mehr wegzubringen ist. Geerntet werden vorwiegend seine Blätter, die wie Petersilie schmecken.

Der Giersch ist ein wertvoller Lieferant von Vitaminen und Spurenelementen. Die grünen Blätter enthalten besonders viel Vitamin C und Karotin (Vorstufe des Vitamin A); aber auch um Eisen, Kupfer, Mangan, Titan und Bor sind sie nicht verlegen.

Die Wirkung

Die Pflanze besitzt eine unverwüstliche Lebenskraft. Und diese ist es auch, die sie, nach Hildegard von Bingen, auf uns übertragen kann. Der Volksname Podagrakraut lässt auf die verborgenen Heilkräfte der Pflanze schliessen. Podagra bedeutet Gicht. Als Gichtpflanze wurde der Giersch auch in manchem Klostergarten Europas gezogen. Schon das Bei-Sich-Tragen des Krautes wird Schmerzen lindern, sagt Nicolas Culpeper 1647 in seinem berühmten Kräuterbuch.

Kräuterpfarrer Künzle nannte den Giersch eine "herrliche Medizin" und verschrieb den Absud der Wurzeln auch bei Krampfadern, die Blätter aber bei Verstopfung und Zahnweh. Aus den Schirmblüten machte er Hustentee.

Rezept: Wildkräuterauflauf

VORBEREITUNG

Ein Kilo frische Wildkräuter (Giersch, Taubnessel, Bärenklau, Löwenzahn, Vogelmiere, Wegerich, Hirtentäschel) gut waschen

DURCHFÜHRUNG

Kräuter durch den Fleischwolf drehen und sie in einem Teig aus 125g Mehl, 125g Butter, 250g Quark und 3 Eiern mit Schinkenwürfeln gut mischen. Mit etwas Salz ev. mit Kümmel oder Muskat würzen – mit Paniermehl, geriebenem Käse und Butterflöcklein bestreuen – 30 Minuten überbacken

MERKE

Giersch ist auch in Suppen oder als Gewürz verwendbar.