Arbeitsstelle für praktische Biologie


 
Holder -
Chüechli

Die Pflanze

Der Holunder gehört zu den ältesten überlieferten Heilpflanzen unseres Kulturkreises. Noch heute gilt unter der ländlichen Bevölkerung das Sprichwort, dass man vor einem Holunderbusch den Hut ziehen müsse, da er, als Medizinkiste des Landes, ein Dutzend Krankheiten zu heilen vermöge. Die Überlebenskraft der Pflanze macht den Holder zu einem Symbol der Wiedergeburt. Der Kulturfolger galt bei den Kelten als heiliger Baum.

Wir reden heute von seinen Blüten. Im Herbst werden wir uns nochmals mit ihm, dann speziell mit seinen Früchten befassen.

Die Wirkung

Bekannt ist die harn-, schweiss- und milchtreibende Wirkung der Blüten, die auf ein ätherisches Öl zurückzuführen ist. Aufgrund verschiedenster Wirkstoffe (unter anderem Gerb- und Zuckerstoffe (Glykoside), Schleim, Essig- und Apfelsäure, Vitamin C, Spurenelemente) wird der Stoffwechsel beeinflusst. So ist zu erklären, dass Holunderblüten auch abführende, auswurffördernde, blutreinigende Eigenschaften zeigen und die Tätigkeit der Hormondrüsen anregen.

Tee daraus wird als Hausmittel gegen Heiserkeit, Husten, Schnupfen, Grippe und Schmerzen aller Art empfohlen.

Leckere Spezialitäten lassen sich für die Küche herstellen: Sirup, Gelée, Schaumwein, Gebäck und vieles mehr.

Rezept: Holder- Chüechli

VORBEREITUNG

Teig bereiten aus: vier Esslöffeln Mehl, einem Ei, etwas Salz und anderthalb Tassen Milch.

Kurz vor dem Essen die sauberen, frisch aufgeblühten Dolden mit Stielanteil sammeln.

DURCHFÜHRUNG

Dolden in den Teig tauchen und in reichlich Fett goldbraun ausbacken.

Nach Wegschneiden der überschüssigen Stielanteile mit Streuzucker servieren.

MERKE

Wenn die Plätzchen besonders knusprig werden sollen, nimmt man für den Teig statt Milch dunkles Bier.

P.s. Der Holunderlikör "Frau&Holle" der APB besteht aus Kirsch, Rohrzucker und pasteurisiertem reinem Holundersaft.